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Dalibor
 

Sieg am Powerman Zofingen 2013

Rückblickend kann ich gar nicht genau sagen, wieso ich am Powerman gewonnen habe, war es doch ein sehr spontaner Entscheid da teilzunehmen (mein erster und einziger Duathlon ist gut 12 Jahre her). Vielleicht war es aber genau diese Spontanität, das nicht wissen, was auf mich zukommt und die Lockerheit, die mir schlussendlich zum Sieg verholfen haben. :-)
Mein eigentliches Saisonziel lag in den Pyrenäen Mitte Juli. Doch aus verschiedenen Gründen konnte ich da nicht teilnehmen! Deshalb entschied ich mich erst 4 Wochen vor dem Powerman, dort noch mit zumachen. Das Training für einen Duathlon, stellt einen Triathleten vor eine schwierige Aufgabe, da wir Triathleten selten bis nie vor dem Radfahren noch Laufen gehen. :-)
Naja, es hat sich in den Tagen vorher leider bewahrheitet, dass das Wetter ausgerechnet am Tag des Rennens umschlägt, von Sommer auf Frühherbst. Am Samstag waren es noch 27 Grad, die ganze Woche davor fast 30 Grad und am Sonntag dann Regen und 16 Grad... aber an diesem Tag lief einfach alles perfekt, da wäre es egal gewesen, ob es jetzt 35 oder 5 Grad gewesen wären. :-)

Der Powermann Zofingen ist berühmt berüchtigt für seine ziemlich coupierten Lauf- und Radstrecken. Er beginnt mit 10 km Laufen und wer denkt, es ginge jetzt erst mal flach und dann hoch, der liegt falsch. Denn gleich nach dem Start, geht es ganze 100 Höhenmeter hoch... das ist dann schon sehr fies! Da heisst es, ja nicht zu schnell rein gehen und mal die ganze Horde vorbei lassen, denn die wird man früher oder später wieder sehen. :-) ...Geduld und Taktik sind gefragt!
Das bergab Laufen will auch geübt sein, denn die Schläge, die es beim runter Laufen gibt, können die Muskulatur arg in Mitleidenschaft ziehen!
Nur noch eine 2. Runde, dann ist der erste Teil geschafft!

Im Gegenzug zu den Laufstrecken kannte ich die Radstrecke gut. Das half mir natürlich mein Rennen einzuteilen, galt es doch immerhin 3 mal 50 km mit je 650 Höhenmetern zu absolvieren. Auf der ersten Runde hatte ich definitiv ein zu hohes Tempo, aber irgendwie liess mich das kalt, denn ich wusste, dass ich auf dem Rad stark bin und ich in der zweiten Disziplin die Weichen stellen musste für den abschliessenden Lauf. :-)
Leider verabschiedete sich mein Tacho schon nach 5km... Wieso mir solche Sachen immer im Wettkampf passieren müssen, ist mir ein Rätsel?! :-)
Eigentlich regnete es auf den ganzen 150km immer wieder, aber zum Glück nicht viel. Ab und zu war es auch nur leichter Nieselregen, so dass es nicht wirklich störte oder kalt war!
Ich machte ordentlich Druck auf dem Rad und verpflegte mich schön ordentlich mit meinen Powerbar – Gummibärchen. :-) Ich musste auf der Abfahrt vom Bodenberg ein paarmal an die armen Konkurrenten denken, die wegen der nassen Fahrbahn jetzt bestimmt Mühe haben zu bremsen mit ihren High Tech Carbon Felgen. :-) Da kommen mir meine 120 Euro teuren Alu Felgen doch noch zu Gute. *grins*
Auch auf der zweiten Runde habe ich praktisch keine Zeit eingebüsst, doch dann auf der dritten und letzten Runde musste ich wohl dem hohen Tempo der ersten Runde Tribut zollen und doch ein paar Minuten liegen lassen!
So jetzt einen schnellen Wechsel hinlegen und auf geht es auf die abschliessenden 30 coupierten Laufkilometer !
Ich muss vielleicht noch anmerken, dass ich auf den letzten 30km auf dem Rad, so schwere Beine hatte, dass ich mir ernsthaft überlegte, ob ich überhaupt auch nur einen einzigen Kilometer laufen kann. :-) Doch irgendwie geht’s dann doch immer...
Ich lief auf den ersten Metern schon in einem sehr schnellen Tempo los und dachte mir, jetzt verblässt es mich demnächst, doch die Beine und das Gefühl waren einfach da und ich zog das hohe Tempo durch. Dabei ging mit durch den Kopf, wenn ich diesen Schnitt durchlaufen könnte, würde das eine Hammer Zeit geben! :-) Und ich sollte recht behalten, doch alles schön der Reihe nach…
Die zweite Laufstrecke geht erst mal mehr oder weniger flach aus der Wechselzone raus, danach kurz steil hoch um dann wieder flach in den Heiteren Wald zu führen. Ab da ging es dann nur noch steil hoch. Oben auf dem Heiteren (viele kennen diesen vom Open Air) angekommen, wurde es ziemlich schwierig den Überblick zu behalten, denn die Strecke war sehr kompliziert gestaltet. Immer wieder kamen mir Athleten entgegen, wo ich dachte, die hole ich nächstens ein, doch weit gefehlt... Die Laufstrecke war so verwinkelt, dass immer wieder ein paar Hundert Meter extra gerannt werden musste, bis man an den Punkt ankam, an dem die vor mir liegenden Athleten vorher waren. Hier muss ich einfach sagen, das Nichtkennen der Laufstrecke war schon ein kleiner Nachteil, aber das Ding Laufen muss schlussendlich immer noch jeder selbst. :-)
Taki mein Hoffotograf schoss oben ein paar Bilder von mir und versuchte mich zu motivieren, doch an diesem 8. September 2013 lief einfach alles perfekt, da hätte kommen können was wollte... ich rockte das Ding einfach! :-)
Bei den Anstiegen habe ich gedacht, ich stehe fast still! Immer wieder diese Belastungswechsel sind schon hart… hoch, runter, dann wieder flach usw.. Und das alles noch auf Wiesen, Feld- und Waldwegen! Doch auf den flachen Passagen und dort wo es runter ging, machte ich mächtig Tempo! :-)
Endlich unten angekommen nahm ich auf den letzten 3km die Beine in die Hände und machte nochmals richtig Dampf, denn ich wollte unbedingt unter 7h ins Ziel kommen. :-) Und siehe da, es reichte dann am Schluss auch für eine bombastische Zeit von 6.55h! :-) Dies bedeutet auch den Gesamtsieg (Overall Age groupers).

Im Ziel angekommen, war ich sehr erschöpft! Als mir dann Oli, Minuten später gesagt hat, dass ich sogar gewonnen hatte, war ich natürlich extrem glücklich, dass trotz einer eher unglücklichen Wettkampfplanung und auch privaten Problemen alles so perfekt lief, denn der Schlüssel zum Erfolg ist der Kopf!! :-)
Mein Dank geht an alle, die an mich geglaubt haben, dass ich es noch drauf habe! :-)
Vielen Dank für eure Unterstützung!


Euer Irondali